Auswirkungen des Klimawandels, die am tiefsten in das soziale und wirtschaftliche Leben der Nicaraguaner eingreifen, sind die Veränderungen des Beginns der Regen-zeit: Da inzwischen der Beginn der in Nicaragua „Winter“ genannten Monate mit starken Niederschlägen nicht mehr planbar ist, gibt es immer wieder schwere Verluste in der Landwirtschaft. Während jahrhundertelang Anfang Mai die ersten Regenfälle eintraten (und im September endeten), verzögert sich dieses für die Bauern wesentliche Ereignis nunmehr z. T. um bis zu fünf Monate. So stehen Bauern vor der Entscheidung, auf den Regen zu warten und in dieser Zeit zu wenig zu Essen zu haben, oder aber das Saatgut zu essen und dann beim verspäteten Eintreten des Regens nicht genug aussäen zu können.
Die unzureichende Füllung unterirdischer Reservoirs in einer Region, die im „trockenen Korridor“ Mittelamerikas liegt, führt dazu, dass Trinkwasser zeitweise nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Das zwingt die Städte dazu, Wasser aus Tankwagen zu verteilen oder die Bewohner müssen sich Trinkwasser bei fliegenden Händlern kaufen. Die negativen Folgen auf Lebensqualität und Hygiene sind vorstellbar.
Um hier Entlastung zu schaffen, haben wir im Rahmen von Umweltprojekten den Bau von Rückhaltebecken unterstützt. Diese können während der Regenzeit so viel Wasser auffangen, dass die Nutzer während der Trockenzeit daraus ihre Hausgärten gießen, Nutzvieh tränken und Waschwasser gewinnen können. Diese auch "Wasserernte" genannten Speicher haben ein Fassungsvermögen von bis zu 200 m3.
Zielgruppe sind Familien, die nicht über die finanziellen Mittel für den Bau dieser Speicher verfügen und ohne technische Begleitung die Tanks nicht installieren könnten. Bei den meisten Nutzern werden neue Rückhaltebecken angelegt, in einigen Dörfern wurden bereits vorhandene Wasserbecken reaktiviert und repariert.