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In Nicaragua zeigen sich als eine Folge des Klimawandels zeitliche Verzögerungen des Beginns der Niederschläge im Mai und im September. Wie alte Bauern erzäh-len, begann die erste Saison der Regenzeit in ihrer Erinnerung immer Anfang Mai. Darauf ist jetzt kein Verlass mehr, beispielsweise gab es im Jahr 2015 die ersten Regentage erst im August. Die Folge vor allem für Kleinbauern war, dass sie entweder bereits ausgesäte Bohnen durch die Trockenheit verloren oder aber in Ermangelung anderer Nahrungsmittel das Saatgut aufessen mussten.

Andererseits trägt die Landwirtschaft zur Umweltzerstörung bei: Agrochemikalien ver-seuchen Erde und Grundwasser. Dadurch wie auch durch genetisch veränderte Pflanzen wird die Artenvielfalt reduziert. Exzessive Bewässerung und Bodenverbrauch gefährden natürliche Ressourcen.

Die Landwirtschaft ist sowohl Leidtragende als auch Mitverursacherin des Klimawan-dels. Finden hier Veränderungen statt, können mehrere positive Wirkungen erzielt werden.

Um die Umweltzerstörung zu beenden, die sozialen Systeme und die Produktionsbe-dingungen widerstandsfähig zu machen, gibt es nicht nur eine und schon gar keine einfache Antwort. Notwendig sind sowohl Anpassungen im menschlichen Verhalten als auch technische Lösungen. Diese beiden Ansätze bedingen einander und auf beiden Feldern sind wir aktiv.

Die negativen Auswirkungen der ökologischen Krise können dazu führen, dass Pflan-zen und Tierarten in jahrhundertelang von ihnen besiedelten Regionen schlechter oder nicht mehr gedeihen und überleben. Betrifft das den Fortbestand agrarischer Kulturen, sind das wirtschaftliche Überleben der Landwirte wie auch die Nahrungsmittelversorgung gefährdet.

In unseren landwirtschaftlichen und ökologischen Vorhaben suchen wir einfache und nachhaltige Lösungen für diese Probleme.

Ein Ansatz ist die Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion.
Bisher werden in der ländlichen Zone um San Marcos Grundnahrungsmittel wie Boh-nen, Mais, Sorghum vorwiegend in Monokulturen angebaut. Diese sind anfällig für Ernteausfälle durch Schädlinge, Temperaturschwankungen oder Trockenheit und machen die Kleinbauern so wirtschaftlich abhängig.
Ein Ausweg aus dieser Situation ist die Etablierung von Agroforstsystemen, in denen die traditionellen Saaten mit Bäumen, Sträuchern und/oder Obst (Drachenfrucht, Ananas, Mango) kombiniert werden. Wo möglich, können Nutztiere auf den Flächen gehalten werden. Das Ziel besteht darin, die Unabhängigkeit der Kleinbauern zu erhöhen und die Ernährung der Familien zu verbessern. Bei guten Ernteergebnissen können Bohnen und Früchte auf dem Markt verkauft und so die wirtschaftliche Situation der Produzenten gestärkt werden. Die Vorteile für die Umwelt bestehen darin, dass die Bodenqualität verbessert, die Erosion reduziert und das Mikroklima positiv beeinflusst wird. Zusätzlich stoßen diversifizierte Fincas weniger CO2 aus.

So wird Umweltschutz mit Wirtschaftsförderung kombiniert.

Unsere bisherigen Umweltprojekte haben folgende Ziele erreicht:

  

 

 

Im Gegensatz zu Monokulturen werden bei dieser nach-haltigen Landwirtschaft neben Ackerkulturen wie Bohnen oder Mais auf der gleichen Fläche weitere Pflanzenarten ange-pflanzt. Im Falle von Kaffeeplantagen können das schatten-spendende Bäume sein. Bohnen werden z. B. gemeinsam mit Drachenfrucht oder Mango kultiviert.

Etablierung von Agroforstsystemen

Förderung von Haus- und Schulgärten

 

 

Auch hierbei wird Umweltschutz mit Wirtschaftsförderung kombiniert. Der Anbau regionaler Obst- und Gemüse-sorten auf den Höfen von Familien, die am Stadtrand von San Marcos leben, soll zur Verbesserung des Bodens und des Mikroklimas beitragen.
Zugleich wird durch diese Eigenproduktion das Haushaltsbudget entlastet und die Ernährung der Familien verbessert.



 

In Zusammenarbeit beider Partnerstädte konnten wir in San Marcos dazu beitragen, bisher brach liegende Areale zu be-pflanzen. Neben dem ästhetischen Effekt ging es bei dieser Aktivität auch darum, das Mikroklima in der Stadt zu verbessern. Die Pflege dieser Anlagen liegt bis heute in der Verantwortung der Stadtverwaltung von San Marcos.

Begrünung öffentlicher Flächen

Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit



 

Nicht alle ökologischen Probleme lassen sich technisch lösen. Ebenso entscheidend sind Veränderungen im menschlichen Verhalten, auch begleitend zu den oben beschriebenen Maßnahmen. Deshalb sind Seminare und Erfah-rungsaustausche ebenso Teil unserer Umweltprojekte wir die Begleitung und Beratung der Begünstigten durch Spezialisten.

Dabei werden alle Altersgruppen angesprochen.